Birgit Witolla hilft ehrenamtlich bei der Pflege und Verpflegung von Blutspendern

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Mit einer Gabel wird das Mett auf kleine Brotscheiben gedrückt, wie Birgit Witolla in ihrer Küche zeigt. Foto: Gerd Schade

Für viele treue Blutspender in Papenburg gehören sie beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) einfach dazu: die Mettbrote nach dem Aderlass. Manche mögen’s besonders deftig und vertilgen sogar bis zu einem Dutzend der kleinen Schnittchen, die oft liebevoll mit Ei oder Zwiebelringen garniert werden. Unter anderem dafür, dass bei den Blutspendeterminen der Nachschub auf den Schnittchenplatten nicht ausgeht, sorgt Birgit Witolla.

Seit zehn Jahren engagiert sich die Papenburgerin ehrenamtlich im DRK-Ortsverein. An das Engagement ist sie über Gisela Wübbena in der DRK-Kleiderkammer gekommen. Die gebürtige Weeneranerin und ihr viel zu früh verstorbener Mann Hans-Otto sind beziehungsweise waren im besten Sinne so etwas wie „Urgesteine“ der Rotkreuzler in Papenburg.

„Die Arbeit bei den Blutspendediensten ist teilweise sehr anstrengend“, berichtet Witolla im Gespräch mit unserer Redaktion. Bei jedem Termin – ob beispielsweise im DRK-Heim am Untenende, im Don-Bosco-Heim am Obenende oder im Amandushaus in Aschendorf sind die freiwilligen Helfer nach ihren Worten zwischen acht und zehn Stunden auf den Beinen und kommen auf bis zu 20 Termine pro Jahr.

Witolla gehört zu dem Teil des Teams, das während der Spendetermine einen Großteil der Zeit damit beschäftigt ist, für Nachschub bei der Verpflegung der Spender zu sorgen. Letztere erwartet nach dem Aderlass eine reichhaltige Auswahl an belegten Brötchen und Schnittchen, Butterkuchen sowie kalten und heißen Getränken – alles, damit sich der Körper nach der Blutspende, bei der in der Regel ein halber Liter abgezapft wird, so schnell wie möglich wieder erholt.

Bis zu acht Pfund

Oft also flitzt Birgit Witolla mit Tabletts zwischen Küche und Speiseraum hin und her. Dabei hat auch sie festgestellt: „Die Mettbrote sind der Renner.“ Wie sie berichtet, werden pro Spendetermin zwischen sechs und acht Pfund Mett auf Brotscheiben geschmiert – genauer gesagt gedrückt. Denn wie Witolla erklärt, kommt bei der Zubereitung kein Messer, sondern eine Gabel zum Einsatz. Das sorgt für einen kräftigen Belag, den sich die Spender nach der Vorfreude nachweislich seit Jahren buchstäblich auf der Zunge zergehen lassen. Für regelmäßige Blutspender gilt eine eisenhaltige Ernährung als wichtig.

Laut DRK kann der Körper nach einer Blutspende den Verlust von Flüssigkeit durch viel trinken innerhalb von etwa 24 Stunden ausgleichen. Zu Neuaufbau der verlorenen roten Blutkörperchen beziehungsweise dem roten Blutfarbstoff werde hingegen vor allem Eisen als Rohstoff benötigt, das beispielsweise in rotem Fleisch, aber auch in Gemüse enthalten ist.

Bei den letzten Terminen der vor wenigen Wochen zu Ende gegangenen Blutspendesaison ließen sich jeweils rund 100 Spender zur Ader. Pro Termin werden Witolla zufolge bis zu 130 Brötchen aufgeschnitten, bestrichen und belegt. Außerdem muss kannenweise Kaffee und Tee gekocht werden.

Die freiwilligen Dienste der Rotkreuzhelfer beschränken sich aber längst nicht nur auf die Verpflegung, Bedienung, Abwaschen und Aufräumen. Unbemerkt sind sie immer in Alarmbereitschaft, um das professionelle Blutspendeteam, zu dem immer auch ein Arzt oder eine Ärztin gehört, zu unterstützen, falls einer der Spender beispielsweise mit Kreislaufproblemen „zusammenklappt“ oder aus einem anderen Grund medizinische Hilfe benötigt. „Deshalb lassen wir die Spender im Verpflegungsraum auch nie allein“, erklärt Birgit Witolla. „Das ist vorgeschrieben.“

Weitere Ehrenämter

Was die Papenburgerin an ihrem Ehrenamt trotz der Anstrengungen nach eigenem Bekunden zu schätzen weiß, ist der Austausch mit den Spendern, mit denen sie gerne ins Gespräch komme. „Ich bin selbst ein kommunikativer Mensch“, sagt sie. Was ihr außerdem gefalle, sei das gute Verständnis innerhalb des Helferteams.

Birgit Witolla engagiert sich aber nicht nur beim Roten Kreuz ehrenamtlich. Bereits seit 30 Jahren organisiert sie die jährliche Kommunionkleiderbörse der St.-Antonius-Kirchengemeinde. Beim Misereor-Fastenmarsch ist sie „für Küche und Suppe“ zuständig, wie sie sagt. Gesanglichen Ausgleich findet sie im Aschendorfer Kirchenchor.

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Bericht und Foto: Gerd Schade

Veröffentlicht am 16.12.2019

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